Von der Rolle auf den Frühstückstisch!

18 . April 2018 |  René Reimann -  Veranstaltungen

Ob im Briefkasten, im Café oder im Zug – Tageszeitungen gehören schon seit Urzeiten zum Alltag vieler Menschen und sind aus diesem kaum noch wegzudenken.

Doch wo werden diese gedruckt und wie gelangen die zahlreichen, brandaktuellen Informationen in so kurzer Zeit direkt vor die eigene Haustür?

Diese Fragen umgaben uns, als wir – Azubis des ersten Lehrjahres – uns gemeinsam an einem Donnerstagabend um 20.00 Uhr vor dem Eingang der Druckerei der Neuen Westfälischen in Bielefeld/Sennestadt versammelten. Zwei unserer Lehrer (und gleichzeitig Ausbilder) begleiteten uns, denn die Besichtigung entsprang einer Idee unserer Berufsschule.

Pünktlich zum Beginn hieß uns eine Dame im NW-farbenen Outfit willkommen und führte uns daraufhin in einen Konferenzraum, in welchem bereits Getränke und kleine Geschenke in Form von Kugelschreibern und Notizblöcken auf uns warteten. Die Räumlichkeiten, durch die wir bis jetzt gegangen waren, fielen durch eine moderne Gestaltung und – erneut – die farbliche Anpassung an das rot-graue Tagesblatt auf. Von diesem und der eigentlichen Produktion war allerdings noch nichts zu erspähen.

Nachdem jeder seinen Platz an den verschiedenen Tischen gefunden hatte, wurden wir nochmals ausführlich begrüßt. Danach folgte eine Einleitung in den Ablauf des Abends sowie eine halbstündige Präsentation über die Wurzeln und die Geschichte des Unternehmens.

Trotz der – durch die Tageszeit bedingte – Müdigkeit der Zuhörer konnten wir den Ausführungen der netten Frau gut folgen und erkannten bald, dass die Neue Westfälische nicht nur eine einfache Informationsquelle ist, sondern sich durch den Lauf der Zeit auf verschiedenen Ebenen – sei es Religion, Politik, Wissenschaft oder Kultur – weiterentwickelt hat und von geschichtlichen Ereignissen wie dem Zweiten Weltkrieg sehr stark geprägt wurde.

Nach diesem Ausflug in die Vergangenheit wollten wir es nun wissen:

Wie gelangt die Redaktion so schnell an solch eine Vielzahl von Informationen und wie kann es sein, dass die Champions League Ergebnisse vom Vorabend schon am nächsten Morgen auf der Zeitung wiederzufinden sind?

Gezeigt wurde uns ein Internetportal, in welchem die größten Agenturen aus aller Welt Minute für Minute alle noch so kleinen Geschehnisse auf der Erde und über diese hinaus an die Redaktion des Zeitungsverlags weitergeben. So können diese die Informationsfetzen sammeln sowie nach und nach zu einem ganzen Bericht umformen. Die schier unendlich häufigen Aktualisierungen der Nachrichten durch die Agenturen sind sehr wichtig, da es beim Druck von Tageszeitungen auf jede Sekunde ankommt.

Gibt es am Abend keine wichtigen Informationen mehr, auf welche die Redaktion vor der Produktion der Zeitungen wartet, beginnt diese pünktlich um 23.00 Uhr. Auf diese Weise kann die Logistik zeitnah aufbrechen und ihre Strecke von insgesamt 8.000 Kilometern kreuz und quer durch Ostwestfalen bewältigen, um das informierende Papier fristgerecht an den vorgegebenen Sammelorten zu hinterlassen.

Ebenso fristgerecht begaben auch wir uns nach einer kurzen Stärkung – oder auch Nickerchen – in die Druckerei, um den Weg der Zeitungsproduktion mitverfolgen zu können. Die Mitarbeiterin der NW begleitete uns dabei und erklärte uns die einzelnen Schritte von der digitalen Zusammensetzung des Titelblatts, bis hin zur fertigen Ausgabe. Dabei fiel uns auf, dass das Druckwerk sehr viele Ähnlichkeiten zur Rollendruckerei bei Mohn Media aufweist. Das war jedoch kein allzu großes Wunder, da in beiden Werken vom gleichen Druckverfahren Gebrauch gemacht wird.

Mit jeweils einer aktuellen, druckfrischen Ausgabe der Neuen Westfälischen in den Händen wurden wir schließlich um 23:30 Uhr verabschiedet und durften nun mitsamt der neuesten Themen im Gepäck unseren Weg Richtung Bett antreten.

Im Nachhinein war die Besichtigung ein Angebot, welches eine nette Abwechslung zum Alltag darstellte und gerne angenommen wurde. Ich persönlich kann dieses Event jedem ans Herz legen, der Interesse an Redaktionsarbeit oder dem Druck im Allgemeinen hat und gern einmal aus erster Hand in Erfahrung bringen möchte, wie die Arbeit in solch einem Unternehmen vonstatten geht.

René Reimann

Mediengestalter

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